Unsere Geschichte im oberen Wynental

Bericht im "Kriegsruf"
Bericht im "Kriegsruf"

Schon 1890 machten sich zwei Offiziere aus dem damaligen Hauptquartier der Heilsarmee, welches in Zürich lag, auf den Weg ins Wynental. Die ersten Versammlungen wurden auf dem Homberg abgehalten. Auch wenn die Zusammenkünfte gut besucht waren, mussten diese nach zirka einem Vierteljahr wieder abgebrochen werden (unter anderem wegen Verfolgung).

Das angefangene Werk blieb jedoch nicht stehen, sondern fand seine Fortsetzung bei einem Mann Namens G. Giger, Schneider in Gontenschwil. Dieser richtete in Gontenschwil ein Lokal ein, indem die Heilsarmee weiter Versammlungen abhalten durfte. Die Eröffnung in Gontenschwil fand am 6. Januar 1891 durch die Offiziere, Kapitänin Boller Bertha und die Leutnantinnen Vontobel und Aepli statt.

Salutistin wird in einer Kneipe verspottet
Salutistin wird in einer Kneipe verspottet

Wie in Genf, Neuenburg und anderen Kantonen, stiess die Heilsarmee auch in Gontenschwil auf heftigen Protest. Oft hielten es die Bürger nicht für notwendig die Sache zu prüfen, sondern schimpften nur. Junge Burschen verursachten während den Versammlungen grossen Lärm, begannen zu randalieren, drangen während der Gottesdienste in die Lokalität ein und veranstalten Saufgelage. Offiziere und Soldaten wurden verschleppt, ausgelacht und teilweise gezwungen, starke Getränke zu sich zu nehmen. In dieser Zeit gewährten die Behörden der Heilsarmee noch keinen Schutz, sondern standen eher hinter den Raufbolden.

Quelle: www.seetalkroki.ch
Quelle: www.seetalkroki.ch

„Ein aus Zürich nach hier gekommener Kapitän wurde von Verfolgern auf einem Karren nach der Station der S. T. Bahn in Reinach spediert und hier gezwungen einzusteigen um nach Zürich zu fahren. Er tat aber nach dem Wort ´Seid klug´ und stieg willig ein, verliess aber zum grossen Aerger der Verfolger bei der Haltestelle im Unterdorf den Zug wieder und war dann früher als die andern in Gontenschwil."

Im Verlauf der Zeit gewann die Heilsarmee an Sympathie in der Bevölkerung und den Behörden. Sie erkannten, dass Verfolgung zwecklos ist und das Wachstum der Heilsarmee nicht gestoppt werden kann. Schliesslich kam es so weit, dass die Verfolger durch einen Gerichtsbeschluss, der Heilsarmee grosse Entschädigungen bezahlen mussten. Durch den für die Heilsarmee positiven Beschluss, wurden auch bald in den Gemeinden des Rueder-, Suhren- und Wynentals Versammlungen abgehalten.

1921: General Bramwell Booth zu Gast in Reinach
1921: General Bramwell Booth zu Gast in Reinach

Da der Wegzug einiger Familien aus Gontenschwil, sich negativ auf die Besucherzahl der Gottesdienste auswirkte und viele Heilssoldaten in Reinach sesshaft waren, veränderten sich viele Dinge. So kam es, dass der damalige Kapitän F. Gantenbein in Reinach im Februar 1899 eine neue Lokalität eröffnete. Diese befand sich in Eichen, unweit des Zentralpunktes von Reinach. Später wurde das Lokal bei feierlichen Anlässen von höheren Offizieren als zu klein befunden und dies führte dazu, ein weiteres Mal nach einer neuen Lokalität zu suchen. Durch einige Mühen gelang es im Juni 1909 dem Kapitän Schneider Johann, ein neues Versammlungs-Lokal zu finden, welches sich künftig im Nebengebäude des Gasthofes „zum Bären") befand.

 

Die 1909 neu bezogene Lokalität, welche sich im Nebengebäude des Gasthofes zum Bären befand, wies gegenüber der vorherigen, bedeutende Vorzüge auf. Sie war nicht nur grösser, sondern beinhaltete auch ein kleines „Säli", welches sich auf einer Galerie befand und künftig Platz für die Musikstunden bot. Mit voller Zuversicht und grossem Eifer verbreiteten die Heilssoldaten das Evangelium. Erkennbar wurde dies indem viele Tränen der Reue flossen und viele zum Glauben an Jesus Christus fanden.

Inserat in der Zeitung
Inserat in der Zeitung

Nachdem im Juni 1916 der Mietvertrag für die Räumlichkeiten abgelaufen war, blieb dem damaligen Offizier Karl Heiz nichts anderes übrig, als den bestehenden Vertrag zu erneuern, oder eine neue Räumlichkeit zu suchen. Nach reichlichen Überlegungen und Absprachen kam man schnell zum Schluss, dass ein eigenes zweckentsprechend gebautes Haus, das einzig richtige war. Gemeinsam mit Herrn Hans Hauri (Negotiant = Verhandler), wurde an der günstig gelegenen Stumpenbachstrasse ein geeigneter Bauplatz gefunden. Nach Baubeginn stellten die Behörden für die Übergangsfase von Juni bis Dezember 1916, freundlicherweise ein Schulzimmer zur Verfügung, in dem weiterhin Versammlungen abgehalten werden konnten.

Nach der schnellen Bauzeit, wurde am 15. Dezember 1916 durch Kommissär Oliphant die Einweihung des neuen Gebäudes feierlich abgehalten. Noch im selben Jahr feierte das Korps Reinach sein 25. jähriges Bestehen, welches in der bis auf den letzten Platz gefüllten Turnhalle stattfand. Gerne und dankbar erinnerten sich die Salutisten an die vergangenen 25 Jahre zurück.

 

Offizierswechsel in den Korps Gontenschwil und Reinach

In den vergangenen 125 Jahren sind Angelika und Bjørn Marti die 62sten Offiziere. Allein in den ersten 10 Jahren (1891-1991) wurden 14 Offiziere im Korps Gontenschwil/Reinach eingesetzt. In den ersten 50 Jahren (1891-1941) traten 45 Offiziere in Gontenschwil/Reinach ihren Dienst an.

 

Texte nach:

Chronik der Heilsarmee Reinach 1891-1916.

Festschrift zum 40-jährigen Jubiläum der Heilsarmee Reinach 1891-1931.

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