125 Jahre voller Dankbarkeit!

 

1891 Am 6. Januar 1891 fand in Gontenschwil die erste Versammlung der Heilsarmee statt. Schon im Februar 1899 zog die Heilsarmee nach Reinach, wo sie in verschiedenen Lokalitäten eingemietet war. Eine bewegte Zeit folgte und 25 Jahre nach der Eröffnung, am 15. Dezember 1916 konnte das Korps im neu gebauten Lokal an der Stumpenbachstrasse einziehen. Das bedeutet, dass die Heilsarmee dieses Jahr gleich zwei Jubiläen feiern darf. 125 Jahre Heilsarmee Aargau Süd und 100 Jahre an der Stumpenbachstrasse!
Im Jubiläumsjahr werden wir verschiedene Anlässe feiern, an denen wir unserer Dankbarkeit Gottes Treue gegenüber Ausdruck verleihen wollen.
Den Start macht der Gründungstag am 6. Januar 2016, an dem wir mit einem Stand vor dem Bärenmärt in Reinach auf das Heilsarmee-Motto „Suppe - Seife -  Seelenheil“ aufmerksam machen wollen.
Wir sind überzeugt, dass Gott durch die Heilsarmee noch viele Jahre den Menschen im oberen Wynental dienen wird.

Hier wird unsere Geschichte detaillierter beschrieben

Wie ging es in Reinach zu?

Text aus dem Kriegsruf der Heilsarmee vom 14. November 1908

 

Der Anfang des Werkes der Heilsarmee für Reinach und Umgegend war in Gontenschwyl, wo im Januar 1891 Salutisten einzogen und so ziemlich alle Leute in Aufregung brachten. Etwas Neues sieht und hört ein jeder gerne.

 

Die eröffnenden Offiziere waren die Kapt. Boller und die Lieut. Vontobel und Aeppli.

 

Mit Macht des Geistes Gottes angetan, fingen diese mutigen Streiterinnen ihr Werk an den Seelen an. Es wurden viele Hausbesuche gemacht.

 

Die Versammlungen waren anfangs immer gut besucht, ohne welche Störungen. Unter diesen Besuchern waren bald solche, die von ihrer Sündhaftigkeit überzeugt wurden, sich bussfertig Jesus übergaben und Frieden fanden. So konnten bereits vor Ostern gleichen Jahres 20 Soldaten eingereiht werden. Bis zu diesem Zeitpunkte waren die Versammlungen immer ruhig, dass man glauben konnte, der Teufel beachte es nicht.

 

Doch der Teufel schläft eben nimmer, wenn er sein Reich bedroht sieht, er wartet nur die für ihn richtige Zeit ab.

 

Im Stillen wurde der Plan zur Vertreibung der Heilsarmee gemacht. Eine Bande meistens jüngerer Burschen, taten sich zusammen und eine Verfolgung gegen die Offiziere und Soldaten fing an, die jeder Beschreibung spottet.

 

Sobald das Osterfest gefeiert war, wurde hiermit begonnen und alle möglichen Mittel angewandt, um das an den Seelen angefangene Werk zu zerstören, was umso leichter schien, da die Behörden sich der Sache nicht annahmen. Gott sei Dank, dass es jetzt so ganz anders geworden, man kannte eben die Heilsarmee nicht.

 

Einst wurde die Kapt. Boller bei Nacht in das eine Viertelstunde entfernte Moos transportiert; sie stellten sie in das Wasser der Wyna, wo es am tiefsten war und machten sich davon. In der grossen Dunkelheit wusste sie nicht, wo sie sich befand, bis sie von ferne ein Licht sah, dem sie nun, durch und durch ernässt folgte. Endlich erreichte die Kapitänin die Halle wieder, wo sie Gott für Ihre Errettung dankte.

 

Ein anderer Offizier, welcher von Zürich kam, wurde ergriffen, nach Reinach spediert, um ihn wieder nach seinem Heimatort abzuliefern; doch auch dieser war wieder eher in Gontenschwyl als seine Verfolger.

 

Im Versammlungs-Lokal kam es vor, dass die Bösen ein Bierfass aufstellten und zu wirten anfingen. Vielfach war es des Tobens und Lärmens wegen unmöglich, Versammlung zu halten. Einmal wurden einige Kameraden im Dorfe herumgeschleppt und in eine Wirtschaft geführt, wo die Verfolger sie zwingen wollten, geistige Getränke zu trinken, was aber nicht gelang.

 

So wäre noch vieles anzuführen, aber die Offiziere und Soldaten hielten Stand und endlich siegte das Gute und die Verfolger wurden schliesslich vom Gerichte verurteilt.

 

Sie mussten Hunderte von Franken dem Hallen-Eigentümer als Entschädigung für das demolierte Lokal und dem Gericht als Kosten zahlen. In dieser Zeit der Verfolgung verloren wir auch unsere Halle.

 

Bis zur Erstellung einer neuen Halle im gleichen Hause durch unsere Baubrigade wurden die Versammlungen bei Soldaten und Freunden nach Apostelgeschichte 2, 46, hin und her in den Häusern gehalten. Dies war eine gesegnete Zeit, so dass ich mich mit Freuden daran erinnere.

 

Im Jahre 1898 war das uns lieb gewordene Heilsarmee-Haus in Gontenschwyl an eine Tabakfirma in Reinach durch Kauf übergegangen. Es sah aus, als sei es ein grosser Verlust. Doch der Mensch denkt und Gott lenkt. So hat es der liebe Gott dem unermüdlichen Kapitän Gantenbein (selig) bald gelingen lassen, in Reinach eine Schreinerwerkstatt ausfindig zu machen, die den Salutisten dienen konnte. Bald war der Vertrag abgeschlossen und die Werkstatt zu einem Versammlungslokal umgewandelt, wo wir ungestört unsere Arbeit fortsetzen konnten. Ja ungestört, denn man hatte Zweck und Ziel der Armee einigermassen kennen gelernt während den sieben Jahren, da sie in Gontenschwyl war. Jedoch waren in allen Klassen der Vorurteile noch viele. So z.B. erklärte einmal eine «gelehrte» Persönlichkeit mir gegenüber, die Heilsarmee lehre kein Wort von dem, was in der Bibel stände.

 

Durch die unermüdliche Arbeit der Offiziere und Soldaten wurde manches derartiges Hindernis aus dem Weg geschafft.

 

So gelang es uns, nach und nach Versammlungen an vielen Orten zu halten, wo man uns früher nicht geduldet hatte. Und weil die Heilsarmee nicht der Ansicht ist, dass Gott alles allein tun müsse, sondern dass Er Seine Kinder gebrauchen will (Luk. 14, 23), so haben wir denn all die herrlichen Gelegenheiten benützt, um in den verschiedenen Dörfern der Umgebung auf das eine, was Not tut, aufmerksam zu machen.

 

Wenn wir nun bedenken, dass die Pforte eng und der Weg schmal ist, der zum Leben führt und wenige sind, die darauf wandeln, und ferner, dass eine Seele mehr wert ist als die ganze Welt, so können wir unseren grossen Gott nur loben und preisen für das, was geschehen ist in den 17 Jahren, da die Heilsarmee ihre Fahne hier aufgepflanzt hat.

 

Ihm sei für alles die Ehre!

 

 

 

Serg. Krähenbühl und Alfred Gautschi

 

 

 

Kriegsruf vom 14. November 1908

 


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